Village Talk mit Personal Stylist Aleksandra

Aleksandra Fischer

Im Aiola Upstairs fand unser zweiter Village Talk statt, dieses Mal mit Beauty- und Mode-Enthusiastin Aleksandra Fischer. Als Personal Stylist und Make-up Artist hat Aleksandra mit uns über Styling-Tipps, ihren Beruf und ihre Große Leidenschaft für Mode gesprochen.

Wie bist du zu diesem Beruf gekommen?

Ich habe schon immer Frauenmagazine gekauft und war davon fasziniert. Ich habe sie von Anfang bis Ende komplett gelesen. Im Internet habe ich Modeshows gesehen und Filme über Mode. Überall in meinem Umfeld habe ich auf Kleidung geachtet. Es war also schon immer das, was mich am meisten interessiert hat. Als ich ein Jura-Studium begonnen habe, war mir klar, dass das nicht das Richtige für mich ist. Dann habe ich eine Agentur in Jekaterinburg gefunden, wo ich meine Ausbildung als Make-up Artilst und Stylistin gemacht habe. Wir haben viel über Imagemaking, Make-up, Styling, Farben und Kundenbetreuung gelernt. Letztes Jahr habe ich in Moskau eine Visagisten-Ausbildung gemacht, in der ältesten Schule, die es in Russland dafür gibt. Die Schule arbeitet mit den russischen Ausgaben von Vogue, Harper’s Bazaar und Glamour. Ich habe immer davon geträumt, meine Make-up-Ausbildung dort zu machen.

Welchen Herausforderungen begegnest du in deinem Beruf?

Am schwierigsten ist es herauszufinden, was der Kunde wirklich möchte. Man kann nicht nur ein schönes Gesamtbild kreieren, man muss auch wissen, wer dieser Mensch ist. Das Umstyling wirkt auf psychologischer Ebene und führt oft dazu, dass die Person sich selbst ganz anders sieht und sich selbst besser versteht. Meine Aufgabe ist es, herauszubekommen, wie ich dabei helfen kann.

Wie schaffst du es, die richtigen Outfits für deine Kunden zu finden?

Dazu gehören Intuition, Talent und Technik. Zuerst stelle ich bestimmte Fragen, dann mache ich eine Farbpallette, analysiere den Figur-Typ und berate, welche Kleidungsstücke der Person am besten passen. Make-up- und Frisur-Beratung gehören auch dazu. Bei manchen Leuten erkenne ich den Typ sehr schnell, bei anderen brauche ich etwas länger. Aber meine Erfahrung und mein professioneller Blick helfen mir dabei, die wichtigen Details wahrzunehmen.

Wie hältst du dich über Fashion-Trends auf dem Laufenden?

Ich bin immer am Puls der Zeit. Ich folge allen wichtigen Brands, sehe Fashion-Shows live auf Instagram und lese alle Fashion-Zeitungen. Besonders mag ich Vogue, Harper’s Bazaar, die russische Ausgabe von Glamour und die italienische von Elle. Es geht in diesen Zeitungen nicht immer nur um Fashion, dort werden auch Themen wie Kultur, Kunst, Bücher und Filme diskutiert. Das macht Sinn, weil diese Bereiche die Mode sehr beeinflussen. Momentan ist das Thema Feminismus in, das sieht man zum Beispiel an der letzten Kollektion von Dior. Dior stand immer für Haute Couture und jetzt hat das Label eine Kollektion mit Jeans und Statement-Shirts zum Thema Feminismus herausgebracht.

Viele denken, dass Mode etwas Oberflächliches ist, aber in Wirklichkeit steckt sehr viel mehr dahinter. Um Mode zu verstehen, muss man sich in allen Bereichen auskennen, als Hilfe dafür gibt es mich.

Was ist dein aktueller Lieblingstrend?

Der Trend zu mehr Persönlichkeit und Individualismus. Es gibt gerade kein Diktat: Du musst dies oder jenes anziehen. Jeder kann selbst auswählen. Individualität ist ein Trend. Es ist dabei wichtig, authentisch zu sein und nicht nur jemanden zu kopieren. Die Mode muss die eigene Persönlichkeit in den Vordergrund bringen. Das ist für mich ein guter Trend. 

Wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

Ich mag es, den klassischen Stil neu zu interpretieren und dabei interessante Kontraste zu setzen. Man könnte meinen Stil also als eine Mischung aus klassisch und neu beschreiben. Mit viel Kontrast.

Was sind deine Lieblingsmarken?

Aus dem Bereich High Fashion gefallen mir Yves Saint Laurent, Prada und Dior. Von Marken, die man in Graz kaufen kann, mag ich Max Mara oder Max Mara Weekend, Mark O’Polo und Cos. Man kann aber auch bei Zara und H&M gute Sachen finden.

Was ist dein Lieblingskleidungsstück?

Schuhe! Ich habe früher sehr viele gekauft. Jetzt versuche ich, es zu reduzieren. Schuhe sind meine Schwäche, weil es so viele gibt, die mir gefallen. Man kann Jeans und T-Shirt tragen und das mit schönen Schuhen kombinieren und schon ist das Outfit stylisch. Mit Schuhen kann man einen Look einfach verändern und damit spielen.

Hast du ein paar Styling-Tipps, die immer wirken?

Man sollte den eigenen Farb-Typ und Figur-Typ kennen. Selbst wenn man nicht gerne über Fashion liest, kann man zweimal im Jahr eine Mode-Zeitschrift kaufen und durchschauen, um zu wissen, was gerade modern ist. Es ist wichtig, die Augen zu schulen, damit man im Laden erkennt, was gute Kombinationen oder Trends sind. Auch eine schöne Tasche oder schöne Schuhe helfen immer.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich werde die Chef-Redakteurin von Vogue, das ist mein Plan. 🙂

Unsere Schlussfrage: Tee oder Kaffee?

Ich wähle Kaffee, weil ich morgens ohne Kaffee nicht anfangen kann, sonst bin ich nicht wach. Aber in Russland ist Tee ein Teil der Kultur und man trinkt sehr viel davon. Tagsüber mag ich gerne Tee, aber am Morgen muss es Kaffee sein.

 

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Aleksandra Fischer
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Village Talk mit „NO ENVY by yvonne“

Foto (c): NO ENVY by yvonne

Für das erste Interview unserer Blogger-Serie haben wir uns mit Lifestyle-Bloggerin Yvonne Bernhard an ihrem Lieblingsort, dem Mangolds vis-a-vis, getroffen. Auf no-envy.com schreibt sie über Mode, Beauty, Reisen, Orte und Persönliches. Mit dabei ist immer eine große Portion Herzlichkeit.

Was steckt hinter dem Namen „NO ENVY by yvonne“?

Der Name ist sehr persönlich und für mich als Bloggerin wichtig, weil er für mich steht und gleichzeitig zum Thema meines Blogs passt. Gerade in der Mode- und Beautywelt ist Neid sehr präsent. Mein Zugang zum Leben ist es, den Neidgedanken zu vergessen. Ich denke, man sollte immer zu erfolgreichen Leuten aufschauen und sich die Frage stellen: „Wie schaffe auch ich das?“ Jeder arbeitet hart für das, was er tut. In diesem Sinne passt der Name „NO ENVY by yvonne“ ganz gut zu mir. Außerdem ist no envy ein Anagramm meines Vornamens.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Einerseits über Instagram, die Recherche, die Suche nach neuen Produkten und Mode. Ich bin über die Bilderwelt von Instagram zu den jeweiligen Blogs gekommen und habe mir dort Tipps geholt. Auf der anderen Seite war ich schon immer diejenige in meinem Freundeskreis, die das unbekannte Lokal getestet und das Neue ausprobiert hat. Ich war immer schon neugierig. Meine Entdeckungen habe ich dann geteilt und das mache ich jetzt auf meinem Blog mit Lesern, die ich großteils nicht kenne. Im Endeffekt sind sie wie Freunde, mit denen ich teile, was ich gut finde, was mir Spaß macht, was jeder in seinem Umfeld hat, aber vielleicht selbst noch nicht für sich entdeckt hat.

Hast du Vorbilder, die du weitergeben würdest?

Ich mag Michelle von Take Aim (http://takeaim.nu) aus den USA und Estelle Lalonde (http://www.esteelalonde.com) aus England. Aus Deutschland lese ich regelmäßig Journelles (https://www.journelles.de), das wird von mehreren Mädels zusammen betrieben. Es gibt auch in unserer Umgebung viele, die inspirierend sind, zum Beispiel „You rock my life“, weil die Qualität der Bilder so hoch ist. Es gibt viele, die ich gerne mag, aber ich orientiere mich eher international.

Welche Eigenschaften sind für dich beim Bloggen wichtig?

Blogger müssen einen Sinn für Schönheit haben, professionell auftreten und etwas zu sagen haben. Ein Sinn für Ästhetik ist dabei eine Grundvoraussetzung, weil wir in einer Bildergesellschaft leben und die Leute einfach gerne schöne Bilder sehen. In Bezug auf die Persönlichkeit ist sicher Offenheit sehr wichtig und was für mich zählt ist auch, dass man Herzlichkeit zum Bloggen und seinen Lesern gegenüber mitbringt.

Siehst du das Bloggen als Beruf oder als Hobby?

Es ist auf jeden Fall ein Beruf und eine Berufung, aber es sollte als Hobby seinen Anfang nehmen. Wenn du nämlich mit der Erwartung startest, sofort Geld zu verdienen, funktioniert das nicht, wenn du authentisch sein möchtest.

Wie viel Zeit investierst du in Bloggen und Social Media?

Generell kann ich das zeitlich nicht begrenzen. Ich kann nicht sagen, das sind beispielsweise 20 Stunden in der Woche, sondern das fließt ins alltägliche Leben mit ein. Social Media ist wirklich zeitnahe, ob es beim Frühstück ist oder am Abend im Bett. Man darf auch nicht scheu sein zu sagen: Mein Fotoshooting mache ich am Sonntag, weil das der einzige Tag ist, an dem ich Zeit habe. Mann muss engagiert sein, zielstrebig, und viel Eigeninitiative mitbringen, einen inneren Antrieb. Aber wenn es einem Freude macht, ist es im Endeffekt keine Arbeit im eigentlichen Sinn.

Hast du eine Strategie damit umzugehen, wenn du gerade nicht so viel Zeit online verbringen willst?

Man nimmt sich vielleicht eine kleine Auszeit, aber man kann ja steuern, wie viel man von sich preisgeben möchte. Man muss on top of the game bleiben und wissen: Was möchte ich teilen und was nicht. Dabei muss man sich zu nichts gezwungen fühlen. Es ist eine eigene Entscheidung und damit hat man sehr viele Freiheiten.

Wie gestaltest du die Balance zwischen deinem Beruf und der Arbeit an deinem Blog?

Generell ist es für mich wichtig, die Zeit gut einzuteilen. Das kann ich, denn für mich sind meine Arbeit im Marketing/PR-Bereich und das Bloggen zwei Berufe, die einander bereichern. Kompetenzen verschmelzen ineinander.

Hast du einige Highlights aus deiner Zeit als Bloggerin?

Auf jeden Fall die ersten Rückmeldungen von Kooperationspartnern, die unheimlich begeistert waren und die Botschaft meines Blogs erkannt haben: Dass er authentisch ist, aber gleichzeitig einen professionellen Anspruch hat. Die Mischung ist mir ganz wichtig. Wenn die Leute von Außen auch wahrnehmen, dass es bei meinem Blog auf Details ankommt, dann freut mich das sehr. Es gibt mir viel Kraft und ist eine tolle Lebensbereicherung und bestätigt mich in dem, was ich gern mache.

Welche Blogging-Tipps und Tools würdest du weitergeben?

Fotografie ist ein großes Thema, weil wir als Menschen extrem bildfokussiert sind. Instagram wird immer wichtiger, es geht großteils um Bilder.

Mein wichtigster Tipp ist, sich selbst in das Thema Fotografie einzulesen, sich mit Kameras zu beschäftigen, sich nicht nur fotografieren zu lassen, sondern auch selbst zu fotografieren. Bei mir ist es so, dass mein Verlobter die Bilder macht, aber Flatlays und alles andere fotografiere ich selbst. Es ist auch wichtig, dass man selbst den Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen erlernt. Da kann ich ans Herz legen: VSCO-Cam, a Colorstory und Photoshop. Außerdem stelle ich Filter nie voll ein, sondern verwende einen geringeren Grad, damit die Bilder noch lebensnah wirken.

Welche Botschaft hast du für andere Blogger?

An jene, die schon länger darüber nachdenken, ob sie das professionell machen möchten, würde ich gerne weitergeben: Wenn sie mit Herz und Leidenschaft dabei sind und nicht vor Arbeit zurückschrecken, sollten sie es auf jeden Fall tun.

Unsere Schlussfrage erübrigt sich bei dir wohl: Tee oder Kaffee?

Ich habe gerade den zweiten Kaffee bestellet. Cappuccino for life.

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